Geschichtliches zum Fotoclub „Kontrast“

Mit der Neueröffnung des Kreiskulturhauses „Bertolt Brecht“ wurden 1976 in Bischofswerda die technischen Voraussetzungen für die Gründung eines Fotozirkels geschaffen.

Gegründet wurde dieser Zirkel von dem damals als Mitarbeiter des Kreiskulturhauses beschäftigten Kollegen Siegfried Russig, der sich schon ernsthaft mit der Fotografie beschäftigte. Über weitere Gründungsmitglieder sagt das Archiv leider nichts mehr aus. Am Anfang lag das Hauptaugenmerk der Arbeit auf dem Erlernen der Grundbegriffe der Fotografie. An konkreten Aufgaben ist die Bilderserie „Volkskunst im Kreiskulturhaus“ zu nennen.
In den Jahren 1978 und 1979 bildete sich ein stabiler Kern im Kollektiv durch die Zugänge von Herbert Ehlers, Peter Hauffe, Günter Fünfstück, Bernhard Wenke, Wolfgang Prescher und Reinhard Leber. Der Inhalt der Arbeit verlagerte sich nun auf gemeinschaftliche fotografische Tätigkeit und die  Aktivierung eines interessanten Zirkellebens. Anfänglich kleine Fotoausstellungen und Exkursionen in die nähere Umgebung wurden durchgeführt. Eine erste umfangreichere Fotoausstellung fand in Lichtenberg statt und ein besonderer Höhepunkt war der Wochenlehrgang „In Sachen Fotografie“ im Ferienheim Neu-Schmölln.
Weitere personelle Verstärkungen fand der Fotozirkel im Laufe seiner Tätigkeit durch die Neuzugänge von Detlef Krüger, Klaus Stang, Henrik Proft, Falk Richter, Christoph Kurze, Steffen Schulz, Doris Steinborn und Thomas Hain.
Das Jahr 1980 war ein wichtiger Meilenstein in der gemeinsamen Arbeit. Das Kollektiv hatte sich soweit zusammengelebt, dass beschlossen wurde, einen Fotoklub unter dem Namen „Kontrast“ ins Leben zu rufen. Das bedeutete nun, dass die Fotofreunde ihre Arbeit planen und vorbereiten mussten. Das war natürlich auch damit verbunden, das die Fotofreunde kontinuierlich ihren eigenen fotografischen Weg einschlagen konnten.
Leiter des Klubs wurde Fotofreund S. Russig, sein Stellvertreter Fotofreund H. Ehlers. Danach profilierte sich der Klub zusehends und nahm noch aktiver am gesellschaftlichen Leben teil. Durchgeführt wurden unter anderem:
    Der 1. Fotowerkstattag des Kreises Bischofswerda (08.06. 1980)
    Das 1. Fotopleinair in Gotthun  an der Müritz (29.09 – 05.10.1980)
sowie zahlreiche Exkursionen und gesellige Veranstaltungen, in welche auch die Ehefrauen, Freundinnen und Kinder der Klubmitglieder einbezogen wurden.
Höhepunkt dieser Periode war die Teilnahme an den 19. Arbeiterfestspielen in Neubrandenburg mit einer eigenen Freilichtausstellung zum Thema „Freizeit“.
In dieser Zeit entwickelten sich auch die ersten Partnerschaftsbeziehungen zu anderen Fotoklubs und Fotofreunden, zum Beispiel zum „Pentacon-Klub“ aus Dresden, „Helikon“ aus Bretnig und den Pulsnitzer Fotofreunden. Das Wirkungsfeld des Klubs erweiterte sich über die Kreis- und Bezirksgrenzen hinaus. Die dadurch erhöhten Anforderungen an die Klubmitglieder konnten oft nur mit Mühe und großer Einsatzbereitschaft bewältigt werden. Mit den neuen Inhalten der Klubarbeit entwickelte sich auch der fachlich-methodische Teil der Klubarbeit von der Vermittlung  von elementaren Grundkenntnissen zur Erarbeitung und Diskussion von Themen zur Ästhetik, Komposition und Gestaltung. Aus dem Anfängerzirkel wurde ein vorrangig leistungsorientierter Fotoklub.


Die nächsten Jahre brachten insofern eine Neuerung in unserem Klubleben, als durch freigewählte Teilnahme jedem Mitglied die Wahl der Richtung und Intensität seines eigenen fotografischen Schaffens ermöglicht wurde. Es entwickelte sich dadurch ein „offenes Klubleben“ ohne Teilnahmepflicht, bei dem auch Gäste gern gesehen waren. Wir wurden eine Gemeinschaft, die nicht nur über Fragen der Fotografie diskutierte, sondern auch in der privaten Sphäre  einer für den anderen da war.
Es folgten:
    2. Fotopleinair in Baabe – Rügen (26.09. – 02.10. 1982)
    2. Fotowerkstatt des Kreises (13.11. 1982)
    Teilnahme am internationalen Fotopleinair in Kamenicky Senov (CSSR)
    Teilnahme an mehreren kreislichen und bezirklichen Veranstaltungen.
Nach dem durch Wohnungswechsel bedingten Ausscheiden von Siegfried Russig übernahm Herbert Ehlers die Leitung des Fotoklubs "Kontrast". Stellvertreter wurde Peter Hauffe.
Die gewachsene Leistungsstärke des Klubs wurde in der VIII. Kreisfotoschau (28.08. – 09.10. 1983) auch dadurch dokumentiert, dass die Mehrzahl aller Preise an unsere Klubmitglieder gingen.
Weitere wichtige Ereignisse waren:
    Erste Personalausstellungen außerhalb des Kreises Bischofswerda
    3. Fotowerkstatt des Kreises (09.10. 1983
Teilnahme und die ersten beiden Plätze beim internationalen Foto-Wettbewerb „Goldener Leuchter“ in Kamenicky Senov (CSSR)
Sehr umfangreiche und erfolgreiche Beteiligung an der Bezirksfotoschau „FOTO 84“
Auf der Basis der interessensbezogenen freien Wahl der Schaffensrichtung wurden besonders die Fotofreunde Fünfstück, Leber, Wenke Krüger Ehlers und Hauffe zu Leistungsträgern des Klubs.   Peter Hauffe machte sich zusätzlich auf organisatorischem Gebiet verdient.
In den Jahren 1983 (Baabe - Rügen) und 1985 (Gotthun – Müritz) folgten zwei weitere Fotopleinair-Wochen, wobei Gotthun erstmals mit Beteiligung von Fotofreunden aus anderen Bezirken der DDR stattfand.
Für 1986 bereitete der Fotoklub „Kontrast“ eine eigene große Sonderausstellung mit mehr als 100 Fotografien der Klubmitglieder vor. Diese wurde vom 10. August -  07. September in den Ausstellungsräumen des Kreiskulturhauses „Bertolt Brecht“ Bischofswerda gezeigt. Für diese Ausstellung und die gezeigte Leistung erhielt der Fotoklub zum 10-jährigen Bestehen vom Kulturbund der DDR die "Ehrennadel der Gesellschaft für Fotografie in Gold".
Weitere Höhepunkte in diesem Zeitraum waren z.B.

Sehr erfolgreiche Teilnahme an der IX. Kreisfotoschau (1987)

Organisation und Durchführung des 5. Fotopleinairs in Baabe – Rügen (Sept. 1987), jetzt schon mit Beteiligung von Fotofreunden aus der CSSR und natürlich mit Fotoklubs aus dem gesamten Gebiet der DDR.

Indem sich die Bischofswerdaer Klubmitglieder Fotofreunde aus der gesamten DDR zu ihren Veranstaltungen einluden, erfolgten natürlich auch Gegeneinladungen zu Aktivitäten der befreundeten Klubs. So nahmen die Bischofswerdaer mehrmals an den Veranstaltungen der der Cottbusser oder Potsdamer Fotofreunde teil. Gemeinsam wurde fotografiert, gefachsimpelt oder in den Abendveranstaltungen stellten die Fotofreunde ihre Fotos zur Diskussion.
Das letzte, und schon 6. Fotopleinair des Fotoklub „Kontrast“, fand im September 1989 statt, wieder in Baabe (Rügen), an dem bereits Fotofreunde aus Berlin, Potsdam, Cottbus, Magdeburg, Halle, Gera, Jena, Erfurt, Opole (PL), Prag (CSSR) und München (BRD) teilnahmen. Der Bischofswerdaer Fotoklub hatte sich mittlerweile international einen Namen gemacht.
Die politische Wende 1989/90 bedeutete auch für den Fotoklub "Kontrast"  das  Aus.
Doch nach fast 20 Jahren, am 26. November 2008 wagte Peter Hauffe einen Neuanfang, indem er fotografisch Interessierte in das Kulturhaus Bischofswerda eingeladen hatte. 14 Fotofreunde waren zur ersten Veranstaltung gekommen, der Fotoklub wurde wieder ins Leben gerufen.

Peter Hauffe
Vereinsvorsitzender

 

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